Der Frühling in Hannover wirkt auf den menschlichen Körper

Die Tage werden wieder länger, die Sonne lässt sich wieder öfter Blicken und die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf: Der Frühling ist da. Doch was passiert aus medizinischer Sicht im menschlichen Körper, wenn die für viele schönste Jahreszeit kommt? Was sind eigentlich Frühlingsgefühle?

Zunächst wird im Frühjahr der Tag kontinuierlich länger. Dies bedeutet, die Stunden mit möglichem Tageslicht steigen an. Zudem bessert sich die Wetterlage, Tage mit Sonnenschein häufen sich und das Sonnenlicht wird intensiver. Der vermehrte Lichteinfall wirkt sich auch auf das Gehirn aus, die höheren Tagestemperaturen spielen dabei keine Rolle. Das Gehirn produziert nun weniger Melatonin in der Zirbeldrüse. Melatonin ist ein Hormon, das unseren Wach-Schlaf-Rhythmus bestimmt und bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Die Menschen brauchen demzufolge weniger Schlaf. Zudem steigt die Produktion des Glückshormons Serotonin sowie Noradrenalin und Dopamin an. Man fühlt sich aktiver, wacher und eine positive Grundstimmung stellt sich ein.

Mit dem einladenden Frühlingswetter geht man gerne wieder an die frische Luft und widmet sich sportlichen Aktivitäten im Freien. Die Frischluft sorgt für eine höhere Sauerstoffaufnahme und verbessert die Blutzirkulation im Körper. Durch den längeren Aufenthalt draußen in der Natur scheint mehr Licht auf unsere Haut. Mit dieser UVB-Strahlung stellt der Körper Vitamin D her, was einen wichtigen Faktor für die Stärkung des Immunsystems und die ansteigenden Serotoninproduktion darstellt. Ferner regt die vermehrte Bewegungsaktivität die Herstellung von Endorphinen an, die stimmungsaufhellend und schmerzlindernd wirken.

Das Erwachen der Natur stellt einen positiven psychologischen Faktor dar. Wenn die Blumen erblühen und die Natur wie beispielsweise das Gras nach Frühling duftet, führt dies zu positiven Gefühlen bei den Menschen. Die Gerüche sind seit der Kindheit in den tiefen Hirnregionen abgespeichert und geben das Signal für den Frühling. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung spielen die Sexualhormone im Frühling aus medizinischer Sicht nicht verrückt. Männer erreichen den höchsten Testosteronspiegel erst zu Sommerbeginn, die Sexualhormone der Frauen sind gänzlich unabhängig von den Jahreszeiten und werden in vielen Fällen durch die Einnahme der Antibabypille vom natürlichen hormonellen Biorhythmus entkoppelt.