Das Haus Hannover

Die Stadt Hannover dürfte wohl jedem bekannt sein. Und das ist nicht verwunderlich, schließlich ist diese nicht nur die Hauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen, sondern darf sich mit mehr als einer halben Million Einwohner zudem auch als waschechte Großstadt bezeichnen. Dagegen ist das Wissen über das königliche Haus Hannover in der Bevölkerung vergleichsweise spärlich. Der nachfolgende, kurze Artikel soll hierbei Abhilfe schaffen. Denn nicht nur die Stadt Hannover, sondern auch das hiesige Königshaus haben interessante Fakten zu bieten.

Die Königsdynastie Hannover entstammt ursprünglich aus dem Welfengeschlecht. Genauer gesagt gehören die Hannoverschen einem relativ jungen Zweig der Welfen, der sogenannten Welfen-Este, an. Das Adelsgeschlecht kann dabei unter anderem Heinrich den Löwen als Ahnherren aufweisen. Dieser war gebürtig im schwäbischen Ravensburg beheimatet gewesen. Von Oberschwaben nach Niedersachsen – das Geschlecht der Hannover ist im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte also weit expandiert.

Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Hannoveraner über viel Macht verfügten und diese im Laufe der Zeit noch zusätzlich ausbauen konnten. Denn das Adelsgeschlecht regierte nicht nur über Hannover, sondern gleichzeitig auch noch über das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Daher wird diese Linie auch oftmals die hannoversche Linie des Hauses Braunschweig genannt. Doch nicht nur deutschlandweit war die niedersächsische Adelsfamilie bekannt und mächtig – sie spielte und spielt auch im europaweiten Kontext eine bedeutende Rolle.

Über Generationen hinweg regierte die Familie Stuart über Großbritannien, doch dies sollte sich im Jahr 1714 ändern. Und abgelöst wurde deren Regentschaft ausgerechnet durch einen Abkömmling aus dem Hause Hannover – nämlich durch George I (bzw. Georg I). Das deutschstämmige Adelsgeschlecht stellte folglich fortan den englischen König und konnte seine Macht damit auch außerhalb Kontinentaleuropas festigen. Diese spezielle historische Ära wird übrigens auch als „Hanoverian England“, also als „Hannoveranisches England“ bezeichnet. Dennoch dauerte es für die Hannoveraner einige Zeit, bis sie sich in der neuen Heimat einlebten. George I und George II waren so nicht nur in Hannover geboren, sondern sprachen auch beide kein Englisch. Dies sollte sich erst mit König George III ändern.

Auch heute ist das Adelsgeschlecht Hannover nach wie vor noch präsent und existent. Ihr bekanntester, noch lebender Nachkomme dürfte dabei wohl Prinz Ernst August von Hannover sein. Dieser gewann nicht nur durch Schlagzeilen in der Boulevardpresse an Popularität, sondern auch durch seine Ehe mit Prinzessin Caroline von Monaco. In der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart, gibt es also einiges, das die Königsdynastie Hannover sicher nicht vermissen lässt: nämlich einen ausgeprägten internationalen Flair.