Haben Sie schon von der Krankheit „Lyme-Borreliose“ gehört? Haben Sie gewusst, dass es auch Sie treffen kann?

Wie in jedem Sommer gilt auch dieses Jahr für die Region Hannover: Achtung Zecken!

Von vielen Menschen immer noch unterschätzt, bringen Zecken oftmals sehr gefährliche Krankheiten mit. Neben der  Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gibt es auch die ebenfalls gefährliche Lyme-Borreliose.

Die Lyme-Borreliose wird gewöhnlich durch Zecken übertragen, wenn Sie den Menschen stechen. In Deutschland ist die Lyme-Borreliose eine sogenannte endemische infektiöse Systemerkrankung. Beim Blutsaugen geben die Zecken die Erreger an den Menschen weiter. Die Erreger der Lyme-Borreliose sind Bakterien aus der Gruppe der Borrelien. Die Borrelien befallen bei Menschen die Haut, das Nervensystem sowie die Gelenke und oft auch das Herz. Im weiteren Verlauf kann es auch zu Nervenschmerzen, Gehirn- und Nervenentzündungen sowie zu Lähmungen kommen. Teilweise kommt es bei vielen Patienten auch zu Gelenkbeschwerden, also zur sogenannten Lyme-Arthritis. Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragbare Krankheit in Deutschland. Eine Impfung für den Menschen ist momentan noch nicht verfügbar.

Vorsicht: Bei uns in Norddeutschland hält sich immer noch das riskante Gerücht, dass Zecken nur in Süddeutschland gefährlich sind. Das ist falsch! Richtig ist, dass eine Infektionsgefahr weltweit und bei uns in allen Regionen Deutschlands besteht. Es ist zwar so, dass in Mittel- und Süddeutschland regelmäßig mehr Zecken infiziert sind als im Norden, aber durchschnittlich gesehen sind ca. 20% aller Zecken in Deutschland mit den gefährlichen Borrelien infiziert. Die Zecken leben dabei im hohen Gras, in Büschen, Hecken und im Wald. Dort warten Sie hungrig auf das nächste Opfer.

Das bekannteste und typische Frühsymptom bei der Lyme-Borreliose ist die besondere Rötung an der Stichstelle, welche sich langsam aber stetig ausbreitet (Wanderröte). Es muss jedoch nicht immer zu einer solchen Wanderröte kommen, sie kann also ungeachtet einer bestehenden Infektion auch fehlen.

Eine Therapie ist möglich und erfolgt je nach Stadium und Symptomatik der Krankheit mit Antibiotika. Zum Einsatz kommen hier Doxycyclin, Amoxicillin oder Ceftriaxon. Bei einer ausreichenden und frühzeitigen Behandlung kommt es praktisch immer zu einer vollständigen Heilung. Bei schwierigen Fällen kann die Behandlung aber auch viele Monate benötigen um eine Ausheilung zu erreichen.

Wer seine Freizeit gerne in den heimischen Wäldern verbringt, sollte im Zeitraum März bis Oktober besonders vorsichtig sein, denn dann ist „Zecken-Saison“. Die Infektionsgefahr für Lyme-Borreliose ist zu dieser Zeit am größten. Aber auch im Herbst und Winter kann es zu Zeckenstichen und in der Konsequenz auch zu Borrelien-Infektionen kommen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auch beim Robert Koch Institut.

(bk)