Hannover – eine Stadt mit lebendiger Geschichte

Die Stadt Hannover dürfte wohl jedem Deutschen ein Begriff sein – und wohl auch über die Landesgrenze hinaus bekannt sein. Denn schließlich ist Hannover die Hauptstadt Niedersachsens und mit etwa einer halben Million Einwohnern eine waschechte Großstadt. Doch wie sieht es mit der Geschichte der niedersächsischen Metropole aus? Der nachfolgende, kurze Artikel soll zeigen, dass Hannover über eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte verfügt, wobei insbesondere die letzten 775 Jahre im Fokus stehen sollen.

Die ersten Siedlungen in der Region Hannover

Obwohl wahrscheinlich schon im 2. Jahrhundert n. Chr. Menschen in der Gegend um Hannover siedelten, erhielt die Stadt erst im Jahr 1241 offiziell das Stadtrecht. Zu dieser Zeit gab es in der Stadt bereits einen Rat. Nur wenig später umfasste dieser zwölf Mitglieder und wurde durch einen Bürgermeister geführt. Parallel dazu verfügte Hannover ab Ende des 13. Jahrhunderts aber auch noch über einen zweiten Bürgermeister. Im 14. Jahrhundert erhielt man das Befestigungsrecht, woraufhin eine massive, 8 Meter hohe, Stadtmauer errichtet wurde. Zur selben Zeit trat Hannover der Hanse bei. Die Wirtschaft florierte nun und die Zahl der Einwohner wuchs auf 4000 Menschen an.

Die Reformation

Die Reformation konnte sich in Hannover durchsetzen – trotz des Widerstands der Obrigkeit. Das einfache Volk konnte sich in dieser Religionsfrage aufgrund seiner vehementen Opposition behaupten. Die Räte der Stadt, die der katholischen Konfession weiterhin anhingen, mussten Hannover dagegen verlassen. Sie zogen in das katholische Hildesheim. Zwischen den Jahren 1514 und 1657 gab es außerdem mehr als 30 Hexenprozesse in Hannover. Hierbei wurden 27 Menschen hingerichtet oder starben im Kerker. Als letzte angebliche Hexe wurde die Kinderfrau Alheit Snur im Jahr 1648 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Der Dreißigjährige Krieg

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Hannover zur Residenzstadt des Herzogs Georg von Calenberg. Diese Zeit stellte eine weitere Blütezeit für Hannover dar, im Rahmen derer viele Gebäude errichtet wurden, die zum Teil noch heute das Stadtbild dominieren. Ab 1692 durfte man sich zudem als Hauptstadt Kurhannovers und damit als neuntes Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches bezeichnen. Bemerkenswert ist außerdem, dass ab dem 18. Jahrhundert die Kurfürsten Kurhannovers über vier Generationen hinweg Großbritannien regierten. Der erste seiner Art war dabei Georg I, (beziehungsweise George I) der 1714 den britischen Thron bestieg. Nach dem Krieg wurde auch die Region Kronsberg noch militärisch berührt. Im Jahr 1735 gab es sogar eine große Heerschau, welche als Revue von Bemerode in die Geschichte einging. Hier präsentierten sich damals die Regimenter der kur-braunschweig-lüneburgischen Armee.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde endlich auch Hannover an das niedersächsische Eisenbahnnetz angeschlossen. Trotz anfänglicher Proteste des Königs entstand zunächst die Bahnstrecke Hannover-Lehrte, einige Jahre später konnte man mit der Eisenbahn sogar bis nach Braunschweig reisen. In anderer Hinsicht war Hannover dagegen geradezu revolutionär: im Jahr 1825 verfügte man als erste Stadt Europas über Gaslaternen, die nachts die hiesigen Straßen beleuchteten. Hierfür würde extra ein Gasvertrag abgeschlossen, was damals ebenfalls noch ein Unikum war.

Der Zweite Weltkrieg in Hannover

Nach einer Kapitulation im Deutschen Krieg wurde Hannover 1866 von Preußen annektiert und dementsprechend zu einer preußischen Provinzhauptstadt ernannt. Da die Preußen veraltete Regelungen aufhoben, blühte die Wirtschaft Hannovers auf. Immer mehr Menschen machten auf der Suche nach Arbeit die niedersächsische Stadt zu ihrer Heimat. 1875 wies Hannover dann mehr als 100000 Einwohner auf und durfte sich fortan als Großstadt bezeichnen. Auch in der Welt der Technik brachte Hannover Innovationen hervor: so verfügte die Stadt im Jahr 1902 über das erste Feuerwehrfahrzeug der Welt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hannover Teil der britischen Besatzungszone. Deshalb erhielt die Stadt auch eine Kommunalverfassung nach britischem Vorbild. Da die Stadt im Krieg zum Großteil zerstört wurde, wurde sie nun neu geplant und errichtet. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, dass sie für den Autoverkehr geeignet ist. Im Hannover der Nachkriegszeit war auch die Presselandschaft gut vertreten: hier wurden nämlich unmittelbar nach dem Krieg der Stern und der Spiegel gegründet. Hannover war auch die Stadt, in der das Farbfernsehen entwickelt und im Jahr 1963 vorgestellt wurde. 1993 wurden die Einwohner deutlich mobiler, nachdem der Bau der U-Bahn weitestgehend beendet worden war. 7 Jahre später fand mit der Expo 2000 in Hannover eine wahre Weltausstellung statt, die Menschen aus 155 Ländern in die Stadt lockte.